„Familientreffen“ der Sicherheits-Experten
Große Fachtagung an der Universität Regensburg
Von Kai Gohlke, MZ REGENSBURG.
Sicherheit in der Informations-Technologie (IT) ist ein Thema, über das
sich die meisten Menschen kaum Gedanken machen – wenn nicht gerade ein
Computer-Wurm das Internet lahmlegt oder sich die Daten von
Hunderttausenden Bankkunden in Luft auflösen, wie vor ein paar Tagen in
Japan geschehen. Trotzdem ist es ein Thema, das jeden betrifft: Täglich
hängt unser Leben davon ab, dass die Elektronik in Autos, Flugzeugen
und Zügen funktioniert. Unsere Wirtschaft, unser ganzer Staat würden
zusammenbrechen, wenn die IT-Systeme versagen, sabotiert oder
manipuliert würden. Grund genug für Fachleute, sich intensiv mit dem
Thema zu beschäftigen. Ihr „Familientreffen“ haben die Experten aus dem
deutschsprachigen Raum in diesen Tagen in Regensburg: Unter dem Titel
„Sicherheit 2005“ findet an der Universität und an der Uni-Klinik die
2.Jahrestagung des Fachbereichs Sicherheit der Gesellschaft für
Informatik statt. Diese bundesweite Organisation hat es sich zur
Aufgabe gemacht, „alle im IT-Bereich Tätigen zusammenzubringen“, wie
Fachbereichs-Sprecher Dr. Manfred Reitenspiess gestern bei einer
Pressekonferenz erklärte. Die Organisation der Tagung mit rund
150Teilnehmern hat der Lehrstuhl „Management der
Informationssicherheit“ von Professor Hannes Federrath an der
Universität Regensburg übernommen. Regensburg als Tagungsort kommt
nicht von ungefähr, den Ostbayern ist seit Jahren eine Hochburg der
IT-Sicherheit, wie Dr. Herbert Vogler, Chef der IT Inkubator Ostbayern
GmbH, erläuterte. Im „IT-Security-Cluster“, das sich am Rande der
Tagung in einem eigenen Regionalforum vorstellte, werden unter seiner
Regie die Kompetenzen an den Hochschulen und bei den Firmen der Region
gebündelt. Der „Brückenschlag zwischen akademischem Betrieb und Praxis“
ist auch bei der Sicherheitstagung ein wichtiger Aspekt: Unter der 60
Tagungsbeiträgen seien sowohl Vertreter der Industrie, die ihre
neuesten Produkte vorstellen, als auch Vertreter der Hochschule, die
neue wissenschaftliche Erkenntnisse vermitteln, berichtete Federrath.
Diese Verbindung sei wichtig: Schließlich lasse sich IT-Sicherheit nur
dann erfolgreich umsetzen, wenn damit auch Geld zu verdienen sei. Neben
Forschung und Wirtschaft kommen aber auch staatliche Stellen zu Wort:
So referiert heute der Bundesbeauftragte für Datenschutz, Peter Schaar,
zum „Datenschutz als Gestaltungsaufgabe“. Ronald De Bruin von der
Europäischen Agentur für Informationssicherheit ENISA stellte gestern
diese gerade im Aufbau befindliche Organisation vor, die künftig die
Organe der Europäischen Union und ihre Mitgliedsstaaten in Fragen der
IT-Sicherheit beraten und in Europa eine „Kultur der
Netzwerksicherheit“ aufbauen solle.
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