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Sächsische Zeitung, 7. Dezember 1999
High-Tech Tausende Kilometer können Informatiker nicht trennen Dresdens erste Internet-Vorlesung war erfolgreich Von Sigrid Pretzsch Informatik-Fakultät der TU Dresden - es ist Mittwoch kurz vor Fünf, und nur zwölf Studenten sitzen im Hörsaal 150 der Grundigstraße. Draußen ist es bereits wieder dunkel, und die Studenten werden mit einem freundlichen "Guten Morgen, hier geht gerade die Sonne auf" begrüßt. Keinen wundert es, denn in der sechsten Doppelstunde wird eine Vorlesung via Internet aus Kalifornien übertragen. Der 30-jährige Hannes Federarth, vor zwei Jahren promovierte er in Dresden, ging nach Berkeley, um Auslandserfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig bereitete er eine Vorlesung über sein Promotionsthema vor. Beides konnte er miteinander verbinden. Neue Internet-Technik, entwickelt von einer Forschungsgruppe der TU, macht es möglich. Professor Alexander Schill und die VidSoft GmbH entwarfen ein System, das Video Transmission Tollkit (VVT), mit dem es gelang, Ton und Bild in hochwertiger Qualität per Internet weiterzugeben. Es hält auch schwierigen Bedingungen, wie Übertragungsfehlern, stand. Sowohl in Dresden als auch in Berkeley war die Installation kein Problem, denn VVT ist vollständig in Software realisierbar. Die Vorlesung "Sicherheit in der Mobilkommunikation" hält Federath jeden Mittwoch morgen in Kalifornien ab. Zeitgleich mit den Dresdner Studenten sitzt er am Rechner. Die neun Stunden Zeitunterschied stören keinen. Bild und Ton sind prima. Über eine Videokamera und ein Mikrofon werden die Gesichter und Fragen der Studenten nach Amerika weitergegeben, und der Dozent kann in Sekundenschnelle antworten. Doktorvater Andreas Pfitzmann von der TU bestätigt, dass es in naher Zukunft kein Problem sein wird, auch größere Vorlesungen mit guter Qualität im Internet zu verfolgen. Außerdem wird es voraussichtlich bald einen speziell eingerichteten Raum für die Vorlesung geben, in dem die erforderliche Videokamera, die zwei Leinwände und die Tontechnik fest eingebaut sein soll. Damit würde der jeweils halbstündige Auf- und Abbau wegfallen.
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